LebensSchafe

Ella, die Scheue

Geboren am 2. Januar 2015

Gestorben am 31. Januar 2026

Ellas Geschichte

„Leg deinen Kopf in meine Hände.Lass mich ein letztes Mal mit dir glücklich sein,und ich werde deine Erinnerung bewahren,bis ich sterbe.“
(aus Kormoran – Ne sírj)

Liebe Ella, du wundersames Wesen wie aus einer anderen Welt. Wie sehr haben wir gehofft, diese Zeilen noch lange nicht schreiben zu müssen. Doch nun hast du diese Welt verlassen. Als wir vor einigen Jahren ein Schaf als Gesellschaft für Schaf Herrmann suchten, das dann zusammen mit diesem nach überstandener Quarantäne zu uns reisen sollte, bekamen wir eine Platzanfrage für dich. Du warst ein ungarisches Zackelschafund sahst aus wie ein Fabelwesen. So zogst du mit Herrmann bei uns ein.Ella, du warst immer so stolz und frei wie deine wildlebenden Verwandten. Menschen ließt du nicht freiwillig an dich heran. Scheu wie ein Reh beobachtestet du immer aus sicherer Entfernung, was die Zweibeiner wohl machen würden, immer bereit, sofort zu fliehen, sollten sie etwas von dir wollen.

Wie gerne hätten wir dir gezeigt, dass Menschenhände wohltuend sein könnten, aber wir haben dir deinen Freiheitswillen gelassen und dich nicht bedrängt. Du durftest in einer kleinen Herde leben, die nicht oft die Weide wechseln musste, damit du auch dabei keinen Stress hattest.Nun, kleine Ella, konntest du plötzlich nicht mehr selbständig aufstehen. Der herbeigerufene Tierarzt hat keinen Auslöser feststellen können. Du ließt dich anfassen, wirktest orientierungslos, du warst nicht mehr du selbst.Wir brachten dich in die Klinik und hofften ganz fest, dich bald wieder über die Wiesen rennen zu sehen, doch die Prognose war mehr als schlecht. Es wurden einige Untersuchungen wie ein MRT angesetzt, doch deine Blutwerte wurden von Stunde zu Stunde schlechter. Du hattest eine Blutung, die nicht lokalisiert werden konnte.

Alle Symptome wiesen auf den Kopf hin. Wir überlegten, ob wir mit deinen Gefährten in die Klinik fahren sollten zwecks einer Blutspende. Sie hätte die Zeit überbrücken können bis zum MRT, aber die Blutung hätte auch diese Maßnahme nicht gestoppt. Ella, du wilde, stolze Schönheit, wir konnten dir nicht mehr helfen. Wir haben dich gehen lassen.Wir waren bei dir und haben dich gehalten.Nun bist du wieder frei und kannst über grüne Wiesen rennen und dich scheu hinter Büschen verstecken. Nie wieder brauchst du Menschen so nah an dich rankommen lassen wie die letzten Tage. Danke an alle, die dir ein würdevolles Leben ermöglicht haben. Du bleibst unvergessen. Liebe Ella, dieses Lied ist für dich.