Initiative Lebenstiere e. V.                           


             

Sansa - die 100.000 Liter Kuh

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Kühe können unfassbar geduldig und genügsam sein. Zwar gibt es auch unter ihnen Rebellen, doch so viele erdulden stumm alles, was der Mensch mit ihnen anstellt.

Fast 15 lange Jahre erduldete Sansa ihre Ausbeutung. Als wir von der Initiative Lebenstiere vor Kurzem ein Platzangebot für eine alte Kuh erhielten, freuten wir uns. Über  Melanie Vogelei von White Paw erfuhren wir von Sansa.

Sansa ist eine 100.000 Liter Milchkuh. Rund 500 Liter Blut pumpt das Herz einer Kuh durch die Adern, um einen Liter Milch zu produzieren. Rund 50 Millionen Liter Blut musste Sansas Herz bisher durch die Adern pumpen, damit ihr über 100.000 Liter Milch abgemolken werden konnten. Ihre lange Zeit als Milchkuh, hat viele Spuren hinterlassen. So ist erkennbar, dass sie schon viele Infusionen bekommen hat. Kühe stützen sich ja beim Aufstehen vorne auf den Vorderbeingelenken ab. Da sie sich bisher mit den Gelenken immer auf Spaltenboden auf Beton abstützen musste, sind die Gelenke nach all den Jahren entsprechend dick und verknöchert und ihre Vorderbeine vom harten Boden verformt. Das ist leider bereits chronisch und nicht akut.

Eine durchschnittliche Milchkuh wird im Alter von etwa fünf Jahren aussortiert, weil sie da meist am Ende ihrer Leistungsfähigkeit ist. Sansa hat länger durchgehalten. Fast 15 Jahre ist sie jetzt alt. Elf Schwangerschaften hat sie hinter sich. Keines ihrer Kälber durfte sie behalten. Sie diente vor allem dem einen Zweck, Milch zu produzieren. Noch nie im Leben hat sie eine Weide gesehen. Ihr letzter Weg führte zum Schlachthof, wo Melanie von ihr erfuhr. Nach all den Jahren, in denen sie Hochleistungen erbrachte hatte, sollte sie nun gewaltsam getötet werden. Doch das wollten wir nicht zulassen.

Während wir alles für ihre Rettung vorbereiteten, wurde ihr Lebensplatz abgesagt. Und jetzt? Für uns stand fest, dass wir sie dann einfach zu unserer 19 Jahre alten Miss Sophie holen. Zwei Veterinärämter und der Schlachthändler stimmten zu und erteilten erforderliche Genehmigungen. Bis dahin glichen die Tage mit der Sorge um Sansa einer mentalen Achterbahnfahrt.

Wie froh waren wir, als wir sie endlich zu uns in Sicherheit holen konnten. Sansa kann sich jetzt in weiches Stroh legen, was allein schon eine Wohltat für ihre geschundenen Gelenke ist. Sansa ist unendlich lieb und es ist so niederschmetternd an ihrem Körper zu sehen, was sie durchmachen musste. „Der größte Irrtum ist, dass die Menschen denken, eine Kuh gibt automatisch Milch“, sagt Jan Gerdes, von der Stiftung Hof Butenland und wir können da nur zustimmen. Nun braucht Sansa keine Erwartungen mehr zu erfüllen und wird in den nächsten Tagen das erste Mal in ihrem Leben eine Weide betreten. Wir sind schon gespannt, wie sie reagiert.

Die Rettung konnte vor allem durch die gute Zusammenarbeit zwischen der Initiative Lebenstiere e. V. und White Paw gelingen. Denn gemeinsam sind wir stark. Nur durch Unterstützung vieler Menschen, ist es uns möglich Tieren wie Sansa zu helfen. 

Hier erfahrt Ihr, wie Unterstützung möglich ist