Initiative Lebenstiere e. V.                           


             

Kein Happy End für Monty

Wir haben den Kleinen  in einem erschreckenden Zustand bei einem Händer vorgefunden. Der Händler hatte sich viel Mühe gemacht ihn noch gut zu versorgen, doch dort herrscht ein Kommen und Gehen und ein hoher Keimdruck. Nicht optimal, für einen so schwachen, kleinen Kerl. Melanie von unserem befreundeten Verein, hatte bereits im Vorfeld einiges an medizinischer Versorgung in die Wege geleitet. Der Händler hatte den Kleinen als starkes Bullenkälbchen verkauft und Monate später wieder zurück geholt, als er herausgefunden hat, wie sehr er vernachlässigt worden war.

Montys kleine Hörnchen waren ganz weich. Er war sieben Monate alt, aber stark unterentwickelt und mangelernährt. Als wir ihn holten, war er schwach und dehydriert, weil er nicht in der Lage war selbstständig zu trinken. Er war nur Haut und Knochen und schaffte es nicht sich aufzurichten, so dass wir ihn in den Hänger getragen haben. Wir haben bei der nächsten Tierarztpraxis gehalten, damit er eine Infusion bekommt. Wir wollten ihn direkt in die Klinik bringen lassen, aber die erforderlichen Papiere, waren nicht so schnell zu bekommen. Weil er als "Nutztier" gilt, muss er die Papiere von allen Betrieben haben, wo er zuletzt war. Keine Chance auf schnelle Hilfe in der Klinik.  

Wir haben ihn dann zu uns geholt und auch unseren Tierarzt nochmal dazu kommen lassen. Wir mussten ihn aus dem Hänger tragen. Stehen konnte er noch immer nicht. Der Kleine hatte Untertemperatur. 37,4 Grad. Unser Tierarzt sagte, er hat Wasser in der Lunge, eine Lungenschädigung und das Knochenmark befinde sich in Auflösung, was bedeute, dass auch die Leber geschädigt sein müsse. Wir wollten abwarten, wie er die Nacht übersteht.

Wir haben ihn dann eingedeckt und immer wieder Wasser eingeflößt. Er hat Heu und Kälberpellets geknuspert. Immer wieder haben wir ihn massiert, um den Kreislauf und die Blutzirkulation anzuregen. Er hat das Köpfchen gehoben und sich bei den Massagen entspannt. Melanie hat noch einen Massagestab für ihn mitgegeben. Nachts waren wir auch nochmal bei ihm. Sebastian hat ihm ein Strohbettchen hergerichtet, das ihn so stützte, dass er stabil liegen konnte. Es schien ihm schon besser zu gehen. Er hat die Nacht dann auch gut überstanden, war aber noch immer schlapp. Die Öhrchen waren schon wärmer und die Temperatur hat sich auf 38,1 Grad stabilisiert. Hoffnung! Wir haben die Stalltür aufgemacht und die Sonnenstrahlen haben ihn zusätzlich gewärmt. So lag er im Stroh, der kleine Kerl.

Ich hab micn am Mittag neben ihn gesetzt, ihn massiert und gestreichelt. Er hat tief geseufzt. Und dann sah ich, wie sich sein Blick veränderte... Sein Kopf sank und sein Blick wurde leer. Ich kann es noch immer kaum fassen. Er ist mir unter den Händen für immer eingeschlafen.Jetzt hätte ein gutes Leben für ihn beginnen können. Er ist geliebt, umsorgt, gestreichelt gegangen. Trotzdem haben wir uns von Herzen so sehr gewünscht, dass er wieder so fit wird, um über die Wiesen zu sausen. Es ist  einfach nicht fair.

Es macht uns alle fassungslos, wie lange er bereits gelitten haben muss. In welchem hochgradig vernachlässigten Zustand er war, obwohl der Händler bereits begonnen hatte, ihn aufzupäppeln. Gleichzeitig standen beim Schlachter wunderschöne, gut gepflegte Färsen. Die waren beschlagnahmt worden, weil das Vet.Amt der Meinung war, der Besitzer sei zu alt, um sich noch um sie zu kümmern. Dabei waren sie in einem guten Zustand und sie haben bei dem Landwirt nutzfrei leben dürfen. Gleichzeitig konnte der kleine Monty wohl eine lange Zeit unbemerkt in einem Betrieb leiden, ohne Hilfe zu bekommen.

Es schien, als habe er nun, in Ruhe und Geborgenheit loslassen können. Es ist noch immer so unfassbar. Gute Reise, kleiner Schatz <3 Wir vermissen dich sehr!

Dieses Lied ist für Dich!

https://www.youtube.com/watch?v=KuPNZFHGPTw