Initiative Lebenstiere e. V.                           


             


Nepomuk – ein kleines Lamm will leben!

An einem  Sonntagabend erfuhren wir von einem kleinen Lamm, das Hilfe brauchte. Eine Tierfreundin hatte das Lamm auf einer Weide entdeckt und es erstbfür tot gehalten.  Doch dann sah sie, wie es versuchte das Köpfchen zu heben. Nachdem sie vergeblich versucht hatte, den Schäfer ausfindig zu machen, erreichte uns ihr Hilferuf.  Unsere Helferin Astrid alarmierte den Notdienst des Veterinäramtes und fuhr noch im Dunkeln mit der Amtstierärztin raus. Das Lamm war bereits extrem geschwächt. Astrid brachte es mit Zustimmung der Amtsärztin in die nächste Tierklinik und rechnete nicht damit, dass es diese Nacht noch überleben würde. Doch er sollte zumindest in Würde und ohne Schmerzen mit einem Namen gehen dürfen. Sie nannte ihn Nepomuk.
Nepomuk hatte Untertemperatur und entzündete Klauen, war massiv unterernährt, voller Parasiten, verwurmt und anämisch, also blutarm. Er wäre auf der Weide hilflos und jämmerlich gestorben.
Doch nun begann sein Lebenslicht wieder aufzuflammen. Nepomuk überstand die Nacht. Inzwischen hatte das Veterinäramt den Schäfer informiert. Er war nicht bereit die Tierarztkosten zu tragen.  Wir hatten bereits angeboten die Verantwortung für den Kleinen zu übernehmen und so stimmte der Schäfer zu, ihn uns zu überlassen. Ob sein Handeln noch Konsequenzen für ihn haben wird, ist offen.  Die Ärzte und Ärztinnen gaben auf jeden Fall alles für den kleinen Nepomuk. Doch seine Blutarmut machte ihnen Sorgen. Eine Bluttransfusion könne helfen, überlegte sie. Doch kein Schafhalter aus der Umgebung war bereit mit einem Schaf für eine Blutspende in die Klinik zu kommen, Also musste Superheld Felix einspringen.


Felix wurde als Zwilling geboren. Er lebt bei uns, weil die Frau eines Schäfers ihn mit der Flasche aufgezogen hatte, nachdem seine Mutter nicht genug Milch für zwei Lämmer hatte. Die Schäfersfrau wünschte sich einen Lebensplatz für ihn, wir nahmen ihn auf und Felix rettete nun seinerseits das Leben vom kleinen Nepomuk. Die Patin von Felix arbeitet als Krankenschwester und so war der kräftige Felix nun genau der Richtige. Sein Blut gab dem kleinen Lamm nun noch mehr Lebenskraft. Sein Blick wurde wacher, er hob seinen Kopf und beschloss es allen zu zeigen.
Die Studenten und Studentinnen der Klinik kümmerten sich auch aufopferungsvoll um ihn und kurze Zeit später, war er so stabil, dass wir ihn abholten. Seine Muskulatur war durch die Unterernährung jedoch so stark abgebaut, dass er weder Aufstehen, Stehen noch Laufen konnte. Er brauche täglich mehrfach Physiotherapie und selbst dann könne es sein, dass er nie wieder laufen könne, gab das Klinikteam zu Bedenken. Wir wollten es versuchen.

So bekam er Verbände, um einem Wundliegen vorzubeugen und eine Hängematte für Gymnastikübungen in den Stall. Unser Lebenstiere-Team vom Biolebenshof Schlitzerland nahm die Herausforderung an. Alle drei Stunden bekam er Massagen, um seine Durchblutung zu fördern, wurde umgebettet und das Stroh unter ihm erneuert. Seine Klauen behandelten wir mit Jod, und wechselten alle zwei Tage die Verbände. Nepomuk übte fleißig in der Hängematte seine Beine zu belasten und ist fast ununterbrochen am futtern.

Dann kam der Tag, als er selbstständig ohne Hängematte stehen konnte. Welch ein Wunder! Inzwischen läuft Nepomuk ohne Hilfe und ist einfach ein kleiner Schatz, den wir alle ins Herz geschlossen haben.  „Das war Rettung in letzter Sekunde“, sagte das Klinikteam.