Initiative Lebenstiere e. V.                           


             

22. Dezember 

Die Weinkönigin befragte wieder ihren Spiegel.

"Spieglein, Spieglein an der Wand,

Wer ist die Schönste im ganzen Land?"

so antwortete er endlich:

"Frau Weinkönigin, Ihr seid die Schönste im Land" Da hatte ihr neidisches Herz Ruhe, so gut ein neidisches Herz Ruhe haben kann.

Die Zwergzebus, wie sie abends nach Haus kamen, fanden Schneewaltraud auf der Erde liegen, und es ging kein Atem mehr aus ihr. Sie stubsten sie an und

suchten, ob sie was Giftiges fänden, aber es half alles nichts; das liebe Rind stand nicht auf. Sie trauerten und lagen an ihrer Seite. Viele andere Tiere kamen auch und beweinten Schneewaltraud. Erst das Schwein Hermann, dann das Schaf Hardy, dazu das Huhn Linda mit ihren Freundinnnen und auch die Tiere des Waldes. Noch immer war Schneewaltrauds Fell weiß wie Schnee, ihre Nase so rosig und ihre Augen schwarz, wie Ebenholz.

"Müsste jetzt nicht ein Königssohn kommen und unsere Schneewaltraud retten", fragte die zarte Zebulina. "Ach was", rief Peggy "solche Prinzen gibt es nur im Märchen. Wenn es drauf ankommt, ist weit und breit keiner dieser besagten Adelsmänner zur Stelle."

So zogen sie selbst los, um Hilfe zu suchen.

Tatsächlich fanden sie jemanden, der allerdings ganz und gar nicht königlich wirkte.

Aber was will man machen, wenn auf diese Prinzen kein Verlass ist...