Initiative Lebenstiere e. V.                           


             

21. Dezember 

Zum Glück aber war es bald Abend, wo die sieben Zwergzebus nach Haus kamen. Als sie Schneewaltraud wie tot auf der Erde liegen sahen, hatten sie gleich die Weinkönigin in Verdacht, suchten nach und fanden die giftige Bürste. Und kaum hatten sie diese herausgezogen, so kam Schneewaltraud wieder zu sich und erzählte, was vorgegangen war. Da warnten sie das Rindchen eindringlich auf seiner Hut zu sein und niemanden auf die Weide zu lassen.

Die Weinkönigin stellte sich daheim vor den Spiegel und sprach:

"Spieglein, Spieglein an der Wand,

Wer ist die Schönste im ganzen Land?"

Da antwortete er wie vorher:

"Frau Weinkönigin, Ihr seid die Schönste hier. Aber Schneewaltraud über den Bergen bei den sieben Zwergen

Ist noch tausendmal schöner als Ihr."

Als sie den Spiegel so reden hörte, zitterte und bebte sie vor Zorn. ,Schneewaltraud soll sterben," rief sie. Darauf ging sie in eine ganz verborgene, einsame Kammer, wo niemand hinkam, und machte da einen giftigen Apfel. Äußerlich sah er schön aus, mit roten Backen . Doch wer ein Stückchen davon aß, der musste sterben. Als der Apfel fertig war, färbte sie sich das Gesicht, klebte sich einen Bart an, nahm einen Wanderstock mit und steckte ihre Hände in Handschuhe. So ging sie über die sieben Berge zu den sieben Zwergzebus. Schneewaltraud hob den Kopf. "Magst du mich auf deine Weide lassen", fragte die Weinkönigin mit verstellter Stimme. Schneewaltraud war misstrauisch und schüttelte den Kopf.. "Mir auch recht," antwortete die als Wandersmann verkleidete Weinkönigin. "Ich habe für meinen Weg so schöne Äpfel dabei. Einen will ich dir schenken", sprach sie. Wieder schüttelte Schneewaltraud mit dem Kopf. "Siehst du, da schneide ich den Apfel in zwei Teile; den einen  Teil iss, den anderen will ich essen, dann weißt du, dass mit dem Apfel alles in Ordnung ist. " Der Apfel war aber so künstlich gemacht, daß nur eine Hälfte allein vergiftet war. Schneewaltraud schmachtete den schönen Apfel an, und als sie sah, daß der Wanderer davon aß, so konnte sie nicht länger widerstehen und nahm die giftige Hälfte. Kaum aber hatte das Rindchen einen Bissen davon im Mund, so fiel es tot zur Erde nieder. Da betrachtete es die Weinkönigin mit grausigen Blicken und lachte überlaut und sprach: "Weiß wie Schnee, rot wie Apfelbäckchen, schwarz wie Ebenholz! Diesmal können dich die Zwergzebus nicht wieder erwecken."